Sie sind hier: Startseite » Markt » Studien

ITIL 3 gewinnt deutlich an Akzeptanz


Immer mehr ITIL-Anwender erwarten eine bessere Verzahnung von IT-Prozessen und Business
Lediglich 4 Prozent sind aktuell noch der Auffassung, im IT Service Management (ITSM) auf einen direkten Bezug zu den Business-Bedingungen verzichten zu können

Bild: exagon

(14.01.09) - Die ITIL-Anwender sind in immer größerer Zahl der Meinung, dass durch die seit letztem Jahr gültige Version 3 des Frameworks eine engere Verzahnung der IT-Services mit den Business-Prozessen erreicht werden kann.

Während sie nach einer Erhebung der Unternehmensberatung exagon consulting & solutions vor eineinhalb Jahren noch zu 57 Prozent und Anfang 2008 sogar nur zu 43 Prozent der Auffassung waren, diese Zielsetzung werde durch ITIL 3 ausreichend abgebildet, sind es Ende dieses Jahres schon wieder 55 Prozent.

Hinzu kommen 29 Prozent an ITIL-Anwendern, die sich verhalten optimistisch zeigen. Gleichzeitig hat sich der Kreis der IT-Verantwortlichen, die in dieser Hinsicht entweder skeptisch sind oder noch keine genaue Einschätzung haben, binnen Jahresfrist fast halbiert. Er ist in der nun zum dritten Mal durchgeführten Vergleichsbefragung von 34 Prozent Anfang 2008 auf nunmehr 16 Prozent gesunken.

Auch an der grundsätzlichen Notwendigkeit einer stärkeren Ausrichtung der IT-Prozesse auf die Geschäftsanforderungen scheint es bei den Unternehmen immer weniger Zweifel zu geben. Fast drei Viertel der IT-Verantwortlichen erachten sie inzwischen als erforderlich und damit sogar noch etwas mehr als zu Beginn des Jahres und Mitte 2007 (64 bzw. 61 Prozent). Lediglich 4 Prozent sind aktuell noch der Auffassung, im IT Service Management (ITSM) auf einen direkten Bezug zu den Business-Bedingungen verzichten zu können.

Bild: exagon

Einen ebenso positiven Trend zeigt die Einschätzung des Lifecycle-Modells der neuen Version ITIL 3. Es beschreibt den Lebenszyklus der IT-Services von der Modellierung über die Implementierung und den Betrieb bis zur Optimierung. Nach der Vergleichsstudie von exagon consulting gehen neun von zehn der Befragten davon aus, dass sich dieses Modell positiv auf ihre Praxis auswirken wird. Sie erwarten entweder "auf jeden Fall" oder "tendenziell" positive Effekte für das IT Service Management. In den voran gegangenen Erhebungen fiel das Votum der Anwender hierzu noch nicht so eindeutig aus.

"Nach anfänglich recht euphorischen Erwartungen, die dann durch eine etwas zurückhaltende Betrachtungsweise abgelöst wurden, scheint sich die Akzeptanz nun zunehmend zu stabilisieren", interpretiert exagon-Geschäftsführer Joachim Fremmer die Ergebnisse. Allerdings warnt er auch deutlich vor Fehleinschätzungen des Lifecycle-Konzepts. "Prinzipiell kann sein Nutzen in einer einfacheren Umsetzung der Projekte und einer besseren Ausrichtung der IT auf das Business bestehen", erläutert er. Zu den Vorteilen könne grundsätzlich auch gehören, dass eine flexiblere Abbildung von Unternehmensveränderungen im IT-Service-Management möglich wird. Das sei aber die Theorie, denn in der Praxis würden diese Ziele von ITIL 3 dem Anwender nicht helfen, weil das neue Regelwerk zu inkonsistent sei und vor allem auch keine konkreten Antworten darauf gebe, wie eine Integration der verschiedenen Lifecycles realisiert werden könne.

Bild: exagon

"Sie beeinflussen sich gegenseitig", problematisiert Fremmer und verdeutlicht: "Die verschiedenen Lifecycles muss man sich als Zahnräder vorstellen, die alle Bestandteil eines Gesamtsystems sind. Veränderungen an einem Zahnrad bleiben demnach nicht ohne Konsequenzen für die anderen Zahnräder." Der Consultant erläutert dies an einem Beispiel: "Wenn sich ein Softwarehersteller entschließt, eine bestimmte Applikation nicht mehr zu unterstützen, beschränkt sich der Handlungsbedarf des Anwenderunternehmens nicht auf die Software-Ebene, sondern die Probleme wirken sich zwangsläufig auch auf weitere Ebenen aus." ITIL 3 lasse in dieser Frage jedoch für die Praktiker zu viele Antworten vermissen und sei teilweise widersprüchlich. "Der Lifecycle-Ansatz an sich ist richtig, aber der Weg dorthin weist Schwächen auf", urteilt Fremmer. exagon hat deshalb methodische Konzepte entwickelt, die diese Schwächen der Refresh-Version des Regelwerks eliminieren. (exagon: ra)

exagon consulting: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser PMK-Verlags-Newsletter
Ihr PMK-Verlags-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Studien

  • Keine klare Marschrichtung ohne Planung

    Das auf die digitale Transformation spezialisierte Unternehmen Natuvion hat in einer Studie die Ziele und Erfolgsfaktoren einer digitalen Transformation von Kernsystemen bei mittelständischen und großen Unternehmen untersucht. Die Ergebnisse legen eine große Kluft zwischen den angestrebten Zielen und den tatsächlichen Erfolgen der Transformationen offen.

  • Branchenspezifische BPO-Lösungen

    Im Business Process Outsourcing (BPO)-Markt vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel: Immer mehr Dienstleistungsunternehmen sehen sich in der Lage, auch unmittelbar geschäftsunterstützende Funktionen zu übernehmen. Treibende Kraft sind branchenspezifische IT-Plattformen, die unter anderem über passende Analytik- und Automatisierungsfunktionen verfügen.

  • Bedrohung durch Cyberangriffe

    Nicht nur der Gesamtmarkt für IoT-Services und IoT-Lösungen wächst in Deutschland derzeit sehr stark (IoT, Internet of Things). Insbesondere auch das Teilsegment der Managed IoT-Services verzeichnet aktuell jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich. Grund sind unter anderem der zunehmende Fachkräftemangel und die sprunghaft ansteigende Bedrohung durch Cyberangriffe.

  • AWS, Azure und Google Cloud

    Der Managed Service Provider Claranet sichert sich auch in der diesjährigen Ausgabe der jährlichen Vergleichsstudie "Next-Gen Private/Hybrid Cloud - Data Center Solutions & Services" des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Information Services Group (ISG) in zwei Kategorien einen Platz im Leader-Quadranten für den deutschen Markt.

  • Warum wir Arbeitssoftware hassen?

    "Such dir einen Job, den du gerne machst." - Die Allermeisten werden genau diesen Ratschlag bekommen haben, als sie auf der Suche nach dem geeigneten Beruf für sich waren. Dabei haben sie jedoch oft das "Kleingedruckte" überlesen: Menschen sollten sich nicht nur einen Job suchen, der ihnen Spaß macht, sondern auch einen, der es ihnen leicht macht. Eine neue Studie von Freshworks zeigt, dass die meisten IT-Fachleute die Software hassen, mit der sie tagtäglich arbeiten. Aber warum ist das so?

  • Bloatware - unerwünschte Software

    Freshworks hat eine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, dass IT-Fachleute weltweit fast einen ganzen Arbeitstag pro Woche (durchschnittlich sieben Stunden und 19 Minuten) damit verbringen, sich mit "Bloatware" zu beschäftigen - unerwünschten, übermäßig komplizierten Software-as-a-Service (SaaS)-Zusätzen und Funktionen, die die Produktivität behindern und Frustration bei der Arbeit verursachen.

  • Interoperable Cloud-Umgebungen errichten

    Obwohl die Attraktivität der Public Cloud permanent zunimmt, entwickeln die Anbieter klassischer IT-Dienstleistungen neue Widerstandskräfte. Zwei der wichtigsten Faktoren sind die verstärkte Nutzung von KI-basierten Betriebsmodellen (engl. AIops) und die immer intensivere Zusammenarbeit mit Colocation-Dienstleistern, die hochperformante Rechenzentrums- (RZ-) und Netzwerk-Ressourcen bereitstellen.

  • Schutz digitaler Assets in der Cloud

    Cloud-Sicherheit bereitet Cybersecurity-Experten aktuell die größte Sorge, wie eine Umfrage von Delinea nun zeigt. Dabei wurden im Rahmen der diesjährigen RSA Conference in San Francisco mehr als 100 Sicherheitsfachleute zu ihren derzeit größten Problemen sowie ihren Cyberhygiene-Praktiken interviewt.

  • Zunehmende Nutzung der Cloud

    Amazon Web Services (AWS) hat eine Studie bei IW Consult in Auftrag gegeben - einer unabhängigen Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft. Das Projekt soll helfen, die Nutzung und die Effekte von Cloud-Computing und AWS in Deutschland besser zu verstehen. Die Autoren des Berichts schätzen, dass Cloud Computing in Deutschland 2021 eine ökonomische Wertschöpfung von 68,5 Milliarden EUR erzeugte.

  • Infrastruktur-Outsourcing deutlich weniger gefragt

    Der EMEA ISG Index des Analysten- und Beratungshauses Information Services Group (ISG) zeigt vierteljährlich, wie sich der IT-Services-Markt weltweit und in Europa entwickelt. Im Blickpunkt der Analyse stehen neu abgeschlossene Verträge mit einem jährlichen Vertragswert (Annual Contract Value, ACV) von mindestens 5 Millionen US-Dollar (4,9 Millionen Euro).

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen